Alt werden ist in Äthiopien für viele Menschen nicht nur mit körperlichen Beschwerden verbunden. Ohne soziales Netz und Pflegeheime wird das Überleben schwierig, besonders wenn keine Familie da ist, die sich kümmert. In Waragu begannen die Schwestern deshalb ein Programm für 60-70 alte Menschen, mit denen sie sich zwei Mal im Monat treffen. Sie unterstützen die Pflegebedürftigen zu Hause und kommen mit den anderen zwei Mal im Monat zusammen, um sie in diesen frohen Zusammenkünften wieder ihre Würde spüren zu lassen, so Sr. Josefa. Sie unterstützen sie medizinisch sowie mit Nahrung, Kleidung und Decken.

Ehepaare und Familien zu stärken, damit sie zusammenbleiben, das ist ein Herzensanliegen der Schwestern. Mit dem Programm „Faithful House“ haben sie in Waragu mittlerweile 750 Menschen erreicht. Die Beratung für ein gutes Miteinander bildet den Kern dieses Programms auf der Basis des christlichen Familienbildes. Weitere wichtige Elemente sind Bildungsangebote in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, sichere Mutterschaft, Ökumene und interreligiöses Miteinander, sowie alternative Medizin.

Die Frauensozialarbeit ist ein Schwerpunkt in Alemtena. Unsere Unterstützung wurde hier genutzt, um Frauen zu helfen, sich ihrer Rechte und Möglichkeiten bewusst zu werden, um Aktivitäten zu unterstützen, mit denen sie sich ein kleines Einkommen verschaffen können (es gibt kein soziales Netz in Äthiopien) und um weitere nützliche Fähigkeiten zu erlernen. Ca. 60 Schülerinnen umliegender Schulen nahmen am Sommerferienprogramm teil. Sie lernten z.B. Handarbeitstechniken, Stickerei, Arbeit mit Gras, Stricken. Außerdem gab es Englischunterricht für gesprochenes Englisch. Mehr als 2000 Menschen wurden durch das Programm erreicht, das Kinder, Jugendliche und Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufklärt. Ein besonderer Fokus bei diesen Veranstaltungen lag auf der Arbeit mit Prostituierten. Diese profitierten auch von der Unterstützung, die ihnen ermöglichte alternative Einkommensmöglichkeiten zu finden. Dazu bekommen sie z.B. Getreide, das sie weiterverkaufen, oder Materialien für ihren Haushalt.

Einen anderen Schwerpunkt hat die Arbeit in der südlichsten Station in Badessa. Dort werden die Schwestern schon seit vielen Jahren von der Caritas des Bistums Bozen-Brixen unterstützt. Projekte im ökologischen und landwirtschaftlichen Bereich versuchen in dieser oft von Dürre heimgesuchten Gegend, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. In Maßnahmen gegen die um sich greifende Erosion werden Menschen nicht nur über Bildungsprojekte eingebunden sondern auch indem sie mitarbeiten. Auf diese Weise erhalten arme Familien ein Einkommen. Da der Lohn teilweise in Naturalien (Ziegen) ausbezahlt wird, können sie so eine Grundlage für ihre zukünftige Versorgung legen. Landwirtschaftliche Mustergüter zeigen den Anbau dürreresistenter Pflanzen, die Herstellung von Kompost und viele andere nützliche Fertigkeiten. Die angeschlossenen George-McAnthony-Schools bieten abends den Raum für Bildungsmaßnahmen und tagsüber den Kindern der außenliegenden Dörfer eine Möglichkeit sich auf den regulären Schulbesuch vorzubereiten.

Alle Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.