Alt werden ist in Äthiopien für viele Menschen nicht nur mit körperlichen Beschwerden verbunden. Ohne soziales Netz und Pflegeheime wird das Überleben schwierig, besonders wenn keine Familie da ist, die sich kümmert. In Waragu begannen die Schwestern deshalb ein Programm für 60-70 alte Menschen, mit denen sie sich zwei Mal im Monat treffen. Sie unterstützen die Pflegebedürftigen zu Hause und kommen mit den anderen zwei Mal im Monat zusammen, um sie in diesen frohen Zusammenkünften wieder ihre Würde spüren zu lassen, so Sr. Josefa. Sie unterstützen sie medizinisch sowie mit Nahrung, Kleidung und Decken.

Ehepaare und Familien zu stärken, damit sie zusammenbleiben, das ist ein Herzensanliegen der Schwestern. Im Jahr 2019/20 unterstützte die Stiftung ein Familienprojekt. Zu ihm gehörte die Feier des Weltfrauentags, die mit einem Bildungsangebot verbunden wurde. Ein einfaches Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene mit monatlichen Treffen gehört zu diesem Projekt. 75 Schülerinnen aus den Klassen 9 und 10 werden das Schuljahr über in Chole und Moye unterstützt – sowohl solche aus besonders armen Verhältnissen wie auch solche, die sich durch überdurchschnittliche schulische Leistungen ausgezeichnet haben. Sie alle bekommen ein Mittagessen in der Schule und die Möglichkeit, danach noch in der Bibliothek, die hierfür besser ausgestattet wurde, weiter zu lernen. Sport, Werteerziehung sowie finanzielle Hilfen für Alleinerziehende runden dieses große Projekt ab.

Einen ganz anderen Arbeitsschwerpunkt haben die Schwestern im Norden Ugandas. Dort kümmern sie sich zusammen mit einer Gruppe von Steyler Patres um die Flüchtlinge, die über die nahe Grenze aus dem bürgerkriegsgeplagten Südsudan gekommen sind. Mit drei Fahrzeugen sind sie in einem der weltgrößten Flüchtlingscamps, Bidi Bidi (ca. 270.000 Bewohner), unterwegs. An 30 Orten im Camp verzahnen sie Seelsorge und soziale-caritative Arbeit. Durch ein von unserer Stiftung unterstütztes Stipendienprogramm ermöglichen sie Mädchen den Besuch eines kirchlichen Internats außerhalb des Camps, das weit bessere Lernmöglichkeiten bietet als die mit über 300 Schülerinnen und Schülern völlig überfüllten Klassen der Sekundarschulen im Camp. Im Schuljahr 2019/20 profitieren von dieser Förderung 29 Mädchen. Sr. Benedicta bietet neben der finanziellen Hilfe und der persönlichen Begleitung aber auch regelmäßig Veranstaltungen für die ganzheitliche Entwicklung der Jugendlichen an. Die Themen reichen von Gesundheitsfragen über die Aufarbeitung der durch die Flucht und Trennung von der Familie erlittenen Traumata bis hin zu diversen Freizeitaktivitäten und religiösen Programmen.